Mauthausen Guideausbildung

Wozu Gedenkstätten als Lernort?

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Ehemalige Konzentrationslager (als Gedenkstätten) sind als Lernorte und zur Sinnstiftung für die politische Kultur des demokratischen Staates notwendig. Eine stärkere Einbindung der Gedenkstätten in die öffentliche Erinnerungskultur ist Voraussetzung, um ein Erstarren der Gedenkstätte als Kulturort zu vermeiden und einen Ort des Dialogs entstehen zu lassen. Die Gedenkstättenpädagogik steht somit vor eine Aufgabe im doppelten Sinne, nämlich der Historisierung der NS-Vergangenheit (durch natürliches Fortschreiten der Zeit) durch überlegte Entwicklungen neuer Repräsentations- und Vermittlungsformen zuvorzukommen, aber sie auch im selben Zuge zu unterlaufen, insofern der moralisch-ethische Appell, der jeder kritischen Auseinandersetzung mit dieser Vergangenheit innewohnt, nicht historisiert werden darf. Eine Möglichkeit ist die Schaffung transparenter und diskursiver Orte der Dokumentation, die aber gleichzeitig nicht vergessen machen, dass sie zugleich Leidensorte sowie Friedhöfe sind. Die lange Zeit angewandte unreflektierte Form der Betroffenheitspädagogik bedurfte bzw. bedarf einer Veränderung, da hierbei die Gefahr der „Faszination des Grauens“ nicht außer Acht gelassen werden darf. Beim ersten Besuch einer Gedenkstätte ist eine natürliche Reaktion der Jugendlichen die „Betroffenheit“, die unbedingt eine Nachbearbeitung des Erfahrenen fordert.