KZ-Außenlager Bachmanning

Gründung des Konzentrationslagers

Die „Deutsche Ausrüstungswerke GmbH.“, welche im Eigentum der SS stand, erwarb Anfang 1942 die „Forst‐ und Sägewerksbetriebe GmbH. Bachmanning“. Der Plan war es, KZ‐Häftlinge für die Produktion von Holzrahmen für Fenster und Spinde einzusetzen. Das KZ-Außenlager Bachmanning scheint nur an einem einzigen Tag als eigenständiges Außenlager des ehemaligen Konzentrationslagers Mauthausen auf. Ab dem 15. September 1943 wurde es als Subkommando des KZ-Außenlagers Großraming geführt. An diesem Tag wurde die Zahl der Häftlinge im KZ Großraming in den Dokumenten der Lagerverwaltung von 918 auf 937 erhöht.

Lokalisierung

Über den Unterbringungsort der Häftlinge im Konzentrationslager Bachmanning ist nichts bekannt. Zusätzlich gab es in Bachmanning ein Außenlager des Konzentrationslagers Dachau namens „Bad Ischl“. Dieses wurde am 18.6.1942 gegründet und am 19.12.1942 geschlossen. Es ist aber nicht bekannt, ob es einen Zusammenhang zum Außenlager des Konzentrationslagers Mauthausen gab. Das Sägewerk befindet sich in Unterseling.

Informationen über die Häftlinge

Laut einer Veränderungsmeldung für den 13. September 1943 (Quelle: Archiv der KZ‐Gedenkstätte Mauthausen) wurden an diesem Tag 20 Häftlinge aus dem KZ Mauthausen nach Bachmanning überstellt, davon 18 Republikanische Spanier und zwei Häftlinge aus Polen. Auf der anderen Seite besteht auch die These, dass die Häftlinge nur während der Arbeitswoche im KZ Bachmanning eingesetzt waren und weiterhin als Häftlinge des KZ Mauthausen verzeichnet wurden. Dagegen spricht aber, dass die Häftlingszugangsbücher des KZ Mauthausen Vermerke mit Überstellungen nach Bachmanning beinhalten.

Zwangsarbeit

Die KZ-Häftlinge wurden in einem Sägewerk und zum Teil für Produktion von Holzrahmen und Spinden eingesetzt. Die Erzeugnisse waren für den Wohn- und Siedlungsbau in den besetzten Gebieten Osteuropas vorgesehen.

Bewachung

Zur Lagerbewachung liegen bis heute keine Informationen vor.

Schließung

Die Häftlings‐Personalkarten zweier polnischer Häftlinge weisen als deren Arbeitseinsatz „Bachmanning“ von 13.9.1943 bis 25. bzw. 28.8.1944 aus. Aufgrund dessen wird angenommen, dass das KZ-Außenlager Bachmanning zur selben Zeit wie das KZ-Außenlager Großraming geschlossen wurde.

Gedenken und Erinnern

Auf einer Gedenktafel, die seit Juni 2011 am Gemeindeamt in Bachmanning existiert, werden explizit folgende Häftlinge des KZ-Außenlagers Bachmanning genannt: Sinti – Großfamilie Rosenfels‐Jungwirth, Widerstandskämpfer Alois Steiner sowie Paul und Wladimir (Kinder von Zwangsarbeiterinnen aus Polen und der Ukraine). Die lokale Initiative des Mauthausen Komitee Österreich veranstaltet in Bachmanning in regelmäßigen Abständen Gedenkfeiern.

Fotos (Aktuell, Historisch, Topografie und Luftaufnahmen)

Einweihung der Gedenktafel am Gemeindeamt
SS und Zivilisten in Bachmanning, 1940er Jahre
Sägewerk Bachmanning, 1940er Jahre
Überblick 1:1.000 mit GPS-Daten; 1=Gemeindeamt mit Gedenktafel