Mauthausen-Außenlager-Guides
Im Jahr 2011 wurden durch das Mauthausen Komitee Österreich erstmalig Guides für die Vermittlungsarbeit an 22 Orten ehemaliger Außenlager ausgebildet und am 25.11.2011 im Bundeskanzleramt Österreich zertifiziert. Seitdem fanden mehrere kleine Ausbildungen für einzelne Orte ehemaliger Außenlager wie Melk, Wagna/Leibnitz und Loibl Nord/Süd statt. Im Jahr 2025 fand wieder eine große Mauthausen-Außenlager-Guide-Ausbildung statt.
Die Ausbildung zur Vermittlung an Orten ehemaliger Außenlager umfasst neben Workshops zu Vor- und Nachbereitung sowie zu Sensibilisierungs- und Präventionsarbeit zwei weitere inhaltliche Schwerpunkte: die Geschichte ausgewählter Außenlager des Konzentrationslagers Mauthausen, sowie geschichtsdidaktische Konzepte zu deren Vermittlung. Die Geschichte dieser Orte umfasst sowohl deren Vor- und Nachgeschichte als auch den Umgang mit ihren Überresten seit der Befreiung 1945 bis in die Gegenwart. Im Mittelpunkt steht die Verbindung lokaler Gegebenheiten mit dem breiteren historischen Kontext, in den die Außenlager eingebettet sind. Lokalgeschichte soll nicht isoliert, sondern als Teil der Gesamtgeschichte des Nationalsozialismus und seiner Nachwirkungen verstanden werden.
Die Inhalte des theoretischen Teils der Ausbildung reichten von historischem Wissen über den Nationalsozialismus und das ehemalige Konzentrationslager Mauthausen und seiner Außenlager über Vermittlungstechniken bis hin zu Methoden der antirassistischen Bildungsarbeit, Rechtsextremismus, Zivilcourage und Gedenken heute. Für den notwendigen Praxisnachweis führen alle Teilnehmer:innen eine gewisse Anzahl an Begleitungen an den Orten der ehemaligen Außenlager durch.
Mit der Außenlager-Guideausbildung wurden die Teilnehmer:innen dazu befähigt:
- die Vorbereitung des KZ-Gedenkstättenbesuchs durchzuführen
- die Jugendlichen beim Besuch der ehemaligen Außenlager zu begleiten
- und im Anschluss daran als professionelle Coaches in der Nachbereitung zur Verfügung zu stehen.